Gefangen im Muttermythos- wenn Mütter ihre Kinder nicht mögen

Die Mutterliebe steht über allem - schließlich scheint sie von Natur aus gegeben. Aber es gibt Frauen, die ihr Kind nicht mögen, denn auch die Beziehung zwischen Mutter und Kind kann gestört sein, obwohl es in unserer Gesellschaft als Frevel gilt, die Position der Mutter anzugreifen oder die Mutterliebe zu hinterfragen.

 

 

Mutterliebe ist der Grund dafür, dass Mütter ihre Zeit, Energie und Fürsorge dem Nachwuchs widmen. 

Meist stellen sie ihre Bedürfnisse hinten an, um das Kind zu umsorgen und zu behüten. Die Fürsorge und Geborgenheit einer Mutter wird zu Großteil über das Hormon Oxytocin gesteuert ( Schaut euch hierzu doch einfach den Vorherigen Beitrag an). 

 

Doch ist (Mutter-) Liebe auch ein Gefühl das durch Erfahrungen wächst und sich entfaltet. Bei Vätern entwickel sich die Vaterliebe überwiegen durch Erfahrungen. Das selbe Prinzip gilt bei Adoptiveltern, die ihr Kind lieben, ohne es selbst geboren zu haben. So ist die starke Liebe, die für die Erhaltung der Menschheit gesichert hat, angeboren als auch erlernt.

 

Gründe für fehlende Mutterliebe

 

Die Vorfälle sind furchterregend, immer wieder hören wir es in den Nachrichten: Mütter töten ihren Kinder, lassen sie verhungern, misshandeln sie und prügeln sie zu Tode. Es scheint als gäbe es nichts herzloseres, als eine Mutter die ihrem Kind etwas antut.

 

Die Menschen halten Mutterliebe für verständlich und natürlich, doch das ist sie nicht. Natürlich tut nicht jede Mutter ihrem Kind etwas an bei der die Mutterliebe nicht ausgeprägt ist. Doch auch wenn sie es umsorgt, ihm ein Zuhause gibt und sich um es kümmert, wird das Kind in in seiner Entwicklung enorm geschädigt. Babys und Kinder sin zu arg von der Fürsorge und Zuwendung ihrer Eltern abhängig. 

 

Mütter die das Gefühl haben ihr Kind nicht zu lieben, stehen meist vollkommen alleine da. Doch gibt es nicht wenige Mütter, die nur schwer eine Beziehung zu ihrem Kind aufbauen können. Gründe dafür liegen meist in der eigenen Entwicklung und den Erfahrungen, die sie in ihrer Kindheit gemacht haben. Viele haben selbst nicht genug elterliche Zuwendung erfahren und können diese dann eben auch nicht an ihre Kinder weitergeben.

 

Mütter können Mutterliebe lernen

 

Der erste Schritt aus der schwierigen familiären Situation kann sein, mit dem Partner oder einer anderen vertrauten Person über die fehlenden Gefühle zu sprechen.

 

Auch viele Hilfsorganisationen wie Caritas oder Pro Familia bieten ihre Hilfe an, in denen über die Probleme mit dem Kind und über die Bildungsproblematik gesprochen werden kann. Oft hilft es einer Frau schon, sich nur mit anderen Betroffenen auszutauschen.

 

Häufig sind fehlende Emotionen für das Baby oder das Kind ein Zeichen von Überforderung der Mutter. Wird ihr in der Pflege, Betreuung und der Erziehung geholfen und kann sie sich etwas Zeit für sich nehmen, stellen sich die positiven Gefühle oft von selbst ein.

 

Für sehr junge Eltern gibt es Maßnahmen vom Jugendamt, in denen Sozialarbeiter die Familie begleiten und Tipps zur Erziehung geben, mit Vater, Mutter und Kind etwas unternehmen und ihnen im alltäglichen Umgang mit dem Kind helfen. Sie zeigen den jungen Eltern, wie man Verhaltensanzeichen ihres Kindes erkennt und wie sie angemessen und liebevoll darauf reagieren können.

 

Depresionen können auch ein Grund sein

 

Sind Mütter jedoch depressiv oder werden aggressiv dem Kind gegenüber, sollte auf jeden Fall ein Arzt aufgesucht werden. In schweren Depressionsfällen und mit einer Psychose ist eine Behandlung im Krankenhaus zu empfehlen. Allerdings bieten in Deutschland nur wenige psychiatrische Kliniken eine spezielle Mutter-Kind-Betreuung an. Diese ist sinnvoll, um die ohnehin schwer gestörte Beziehung zum Kind nicht weiter zu unterbrechen.

 

Mutterliebe trift Überforderung

 

Es gibt in unserer Gesellschaft wenig Verständnis für Frauen, die nicht dem weit verbreiteten Mythos der liebenden Mutter entsprechen. Diese gefühlte Stigmatisierung belastet die Frauen dazu noch sehr. Doch schämen sollte sich keine Mutter dafür. Psychologen und Pädagogen weisen darauf hin, dass viele Frauen unter einem Leistungsdruck stehen, die gerade im Umgang mit Kindern fehl am Platz ist.

 


Quelle Bild 2 : http://www.noz.de/media/2016/11/15/colourbox13274194_201611151157_full.jpg

Kommentar schreiben

Kommentare: 0