Ich hab Dich lieb - Aber ich bin nicht deine Freundin

Meine geliebte Tochter,

 

Du weißt ich habe dich schrecklich lieb, ich sage es dir auch jeden Tag so oft ich kann, dennoch bin ich nicht deine Freundin sondern deine Mama. Und als Mama spiele ich mit dir als wäre ich deine Freundin, albere mit dir herum wie eine Freundin und höre dir zu wie eine Freundin. Aber alles eben -WIE- eine Freundin. Ich habe als Mama auch diese "doofe Aufgabe" dir auch Grenzen zu setzten, dir zu zeigen wie weit du gehen kannst und wann Schluss ist. Und ich weiß es ist doof, doch es ist nun mal so, ohne Grenzen geht es nicht mein kleiner Engel. 

 

Es ist schön die zu zusehen wie du deine Welt erkundest, wie neugierig du an neue Dinge heran gehst, wie Interessiert du etwas betrachtest, doch nicht immer tust du das mit Vorsicht. Und da komme ich dann ins Spiel, den meine Aufgabe ist es auf dich aufzupassen, dich zu behüten und acht zu geben das dir nichts geschieht. 

Ich finde es so schön wie sehr du dich für Autos interessierst, das hast du eindeutig von deinem Papa, aber Spatz, du kannst nicht einfach auf die Straße rennen wenn du ein tolles Auto siehst, ich muss dich halten und davon ab halt, den nur weil du das auto siehst heißt es nicht das es dich sieht. Ich weiß das ist doof und du verstehst die Gefahr dahinter auch noch nicht, aber irgend wann wirst du verstehen warum ich deinen Arm halte damit du nicht ausbüchsen kannst, irgend wann wirst du dann nicht mehr schreiend und bockend neben mir stehen. Glaube mir, ich teile deine Interessen und deine Entdecker-Freude doch es geht nicht immer nach deinem Kopf, es ist auch für mich anstrengen, und ja manchmal muss ich auch schimpfen. 

 

 

Ich habe dir vor einigen Tagen auch etwas versprochen.

Denn ich weiß ich war die letzte Zeit sehr gereizt und angespannt, und habe auch oft ohne ersichtlichen Grund mit dir geschimpft, ja manchmal auch geschrieen oder dir wegen kleinen Lappalien ein Spielzeug weggenommen. Ja manchmal hast du mich sogar richtig genervt. Im nachhinein dachte ich auch oft, das es

jetzt total unnötig war, und habe mich auch dann dafür bei dir entschuldigt und dich in Arm genommen. 

 

Vor knapp zwei Wochen versprach ich dir, das ich nicht mehr schreien werde und mir in manchen Situationen Gedanken machen werde, ob schimpfen angebracht ist oder nicht.

 

Ich habe mein versprechen gehalten, und ich merke, das wir uns nun auch besser verstehen. Natürlich kommt dein Wutzwerg noch zu besuch, aber seltener als davor.

 

Du bist viel entspannter und ich somit auch. Ich kann es auch kaum glauben, aber du kommst nun sogar auch hin und wieder mal zu mir und nimmst mich in arm, oder möchtest kuscheln.

 

Es ist jetzt vieles anders dadurch geworden, unsere Beziehung ist viel enger geworden und es scheint mir als würdest du mich als deine Mama ernster nehmen.

 

Ich schimpfe nicht mehr oft mit dir, ich habe auch schon gesehen wie manche Menschen den Kopf schüttelten, als dein Wutzwerg zu besuch war und ich nicht schimpfte sondern dich in Arm nahm und drückte bis er wieder weg war, obwohl du nach mir gehauen und getreten hast, ich schimpfte nicht nein ich hatte Verständnis dafür das du eben jetzt lieber mit dem Spielzeug im Laden spielen wolltest anstelle zu gehen.

 

Und doch, falls ich mal mit dir schimpfen muss, nimmst du mich wieder ernst und rennst nicht mehr lachend einfach weg, nein du scheinst dir Gedanken darüber zu machen was ich sage, und manchmal weinst du sogar wenn ich etwas sage und dabei eine dunklere Stimme nutze. In diesen Momenten würde ich das schimpfen zwar gerne rückgängig machen, aber wie gesagt mein kleiner Engel, ich bin deine Mama und nicht deine Freundin ich muss eben auch mal schimpfen auch wenn ich es nicht gerne tue. 

 

Doch es scheint so als hätten wir unseren Weg gefunden zwischen dem Verständnis für dein Handeln und doch konsequent zu sein. 

 

Meine kleine Tochter, ich bin so froh das wir es geschafft haben, eine Harmonie in deiner Trotzphase zu finden, und einen Liebevollen aber doch konsequenten weg der Erziehung. 

 

Ich hab dich lieb mein Kind 




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