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Wenn die eigenen Kinder nerven

Mütter sind immer lieb und geduldig?

Nein, denn Kinder sind es ja auch nicht.

Sie bringen ihre Eltern manchmal zur Weißglut.

Wie beherrscht man die eigenen Aggressionen?

Und wie viel Wut tut manchmal auch gut?

 

Ja meine Kinder nerven mich manchmal, so 2-3...4..5 mal am Tag. Ich gebe auch zu das mir auch des öfteren ein Brüller heraus rutscht. Heute zum Beispiel war aus meiner Sicht ein ganz schlimmer Tag nicht nur für mich, nein auch für meine Kinder. Ich hatte heute keine ewig lange Hutschnur, es war eher eine Zündschnur eines China-Böllers. Ein mal angezündet dauerte es nicht mehr lang bis ich das erste mal hätte zur decke raus springen können.

 

Und das zum teil wegen wirklich banalen Sachen. Ich habe es auch oft eingesehen, und mich sofort bei meiner Tochter entschuldigt und sie in Arm genommen, wenn das schimpfen und anmotzen nicht gerechtfertigt war. Doch leider tue ich das auch nicht immer. Oft mal macht sie den Eindruck als würde sie es lustig finden das ich mit Ihr schimpfe. Und heute war wie gesagt so ein Tag, wo ich leider gar nicht mehr aus dem schimpfen heraus kam, jede Kleinigkeit nervte, brachte mich lediglich zur Weißglut, auch wenn es nur das verschüttete Trinken war.

 

Als die beiden dann Mittagsschlaf machten, ging ich ins Büro, und fing an diesen Blog zu schreiben. Und ich konnte Ihn nicht zu Ende schreiben. Als ich den oben erwähnten Satz schrieb :  

Oft mal macht sie den Eindruck als würde sie es lustig finden das ich mit Ihr schimpfe. 

Musste ich ehrlich gesagt mir ein paar Tränen verkneifen. 

 

Ich fragte mich plötzlich, warum findet es mein Kind teilweise lustig wenn ich mit Ihr schimpfe oder warum reagiert Sie zum teil nicht darauf ???

 

- Bin ich etwa eine Tyrannische Mutter - Hat sich mein Kind an das schimpfen gewöhnt - empfindet sie es als normal wenn ich wütend bin und mal etwas lauter rede - bin ich so eine Mutter geworden, wie ich nie werden wollte - eine Mecker-Mutter ????????

 

Ich hatte mir doch vorgenommen meine Kinder mit viel Liebe, Geborgenheit und Verständnis groß zu ziehen, und nicht mit dauer Geschimpfe, Geschrei und der "Wenn du das nicht lässt dann.... Methode.

 

Doch ich muss mir gerade eingestehen, ich kann nicht mehr zählen wie oft ich am Tag sage :

Lass das oder...

Hör auf oder...

Tu das nicht oder...

 

Ich muss gestehen ich hab meiner großen gegen über schon ein schlechtes gewissen. Doch woher kommt diese innerliche Reizbarkeit und die Wut ? Vor allem den eigenen Kindern gegenüber ?

 

Ich habe hierzu einen recht interessanten Beitrag gefunden, von Silke R. Plagge

 

Zitat :

Doch woher kommt diese wahnsinnige Wut, in der das geliebte Kind nur noch als schrecklich wahrgenommen wird? Das kann viele Ursachen haben. Oft sind Eltern verunsichert, wie sie ein Kind erziehen sollen. Sie möchten alles richtig machen und fühlen sich dabei überfordert. In Auseinandersetzungen mit ihrem Kind fühlen sie sich dann machtlos und frustriert. Aus Verunsicherung und Überforderung wird Wut.

Aber auch eine allgemeine Unzufriedenheit mit dem Alltag als Hausfrau und Mutter oder  permanter Zeitdruck durch das Zerreiben zwischen Berufstätigkeit und Familie können reizbar machen. Wenn der Nachwuchs dann auch noch besonders laut, frech oder störrisch ist, ist der Bogen bei den ohnehin so strapazierten Nerven überspannt und die Wut bricht durch.

Es kann auch ein konkretes Verhalten des Kindes sein, das besonders ärgert. Wenn der kleine Mensch besonders bummelt, obwohl die Mutter einen wichtigen Termin hat, das Kind mitten im Laden einen Nörgelanfall bekommt, dann sind das alles Verhaltensmuster, die Aggressionen auslösen können. Meist auch nur verständlich. Schwierig wird es, wenn das Kind einen Charakterzug an den Tag legt, den Eltern bei sich selbst ablehnen. Wenn eine Mutter sich etwa besonders über die Schüchternheit ihrer Tochter ärgert und selbst große Schwierigkeiten hat, auf Fremde zuzugehen.

 

Darf man auf das eigene Kind wütend sein?

Eltern können überhaupt gar nicht immer lieb und verständnisvoll sein. Denn Kinder können furchtbar provozieren. Wut ist eine normale Reaktion auf eine Provokation. Aber gerade Mütter gestehen sich diese Wut nicht zu. Dabei ist es wichtig, die eigenen Gefühle zu verstehen um auch zu überlegen, wie man mit ihnen am besten umgeht.

Wichtig ist es, der Wut nachzuspüren. Gab es wirklich einen konkreten Anlass? Warum war ich so aggressiv? Müttter von sehr kleinen Kindern fühlen sich oft isoliert und allein. Hier hilft es, sich eine klare Tagesstruktur zu setzen und Kontakte zu anderen Frauen in ähnlicher Situation zu suchen.

Wer feststellt, dass die Wut immer allgegenwärtig ist und die Nerven immer blank liegen, sollte sich professionelle Hilfe suchen. Etwa bei einer Erziehungsberatungsstelle oder  in einer psychotherapeutischen Praxis. Das Gleiche gilt auch für Eltern, die ihre Wut nicht kontrollieren können. Fast alle Eltern kochen manchmal so vor Zorn, dass sie dem Kind wehtun wollen. Mit Worten oder mit grobem Anfassen. Der Kontrollmechanismus setzt aber eine Grenze: Fest anpacken und ins Zimmer setzen ist erlaubt, Schlagen sollte tabu sein. Wenn es das nicht ist, sollte Hilfe gesucht werden.

 

Was tun bei einem Wutanfall?

Was tun, wenn man vor Zorn rot sieht? Hier eine kleine Sammlung an Hilfestellungen, wie man Wutanfälle kontrollieren kann:

• Abstand gewinnen. Erst einmal selbst aus dem Zimmer gehen. Ein Kleinkind in den Kinderwagen setzten und gemeinsam an die frische Luft gehen.

• Ganz bewusst ein- und ausatmen, am besten vor einem offenen Fenster. So kommt mehr Sauerstoff an das Hirn und die Durchblutung wird angeregt. Fördert auch die Fähigkeit, ruhig und überlegt zu handeln.

• Mit Gegenständen werfen hilft. Aber nur mit weichen Dingen wie Kissen schmeißen. Gemeinsames Lachen bei einer Kissenschlacht macht auch vieles wieder gut.

• Wenn Schimpfen nötig ist, auf Wortwahl und Tonfall achten. Dem Kind nicht sagen “Du bist schlimm,” sondern “Was du gemacht hast, ist schlimm.” Nicht unbedingt laut schreien, ein strenger ernster Tonfall kann mehr bewirken.

• Körperlicher Kontakt kann Spannung lösen. Es ist vielleicht hilfreich, das Kind fest in den Arm zu nehmen.

• Es kommt vor, dass Eltern ihr Kind schlagen. Wenn dies geschieht, sollte sie sofort Hilfe suchen,

• Nach einem Wutausbruch beim Kind entschuldigen. Und zwar möglichst kurz danach. Wichtig ist, dem Kind noch einmal zu erklären, warum das Verhalten so wütend gemacht hat. Und sich aufrichtig zu entschuldigen, wenn ihre Reaktion unangemessen war.

Wut ist ein Gefühl, das meist unterdrückt wird. Wenn Wut zu lange gärt, kann sie gefährlich werden. Wichtig ist, die eigenen Gefühle zu verstehen und auch zu zulassen. Denn Wut kann auch eine positive Kraft sein, die hilft endlich auszusprechen, was stört, Lebenumstände zu ändern und Energie freizusetzen.

Manchmal tut Wut gut.

 


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