4 Beziehungssünden, die schlecht für unsere Kinder sind

Mal wieder genervt vom Partner?

Das ist völlig normal, schließlich sind wir alle keine Heiligen - und mit einem Kind kommen viele zusätzliche Konfliktpotenziale ins Beziehungsleben.

Wie wir uns als Paar verhalten, prägt Kinder mehr, als wir glauben – oft ihr ganzes Leben lang.

Aber dadurch, dass ein Kind da ist, ändert sich noch etwas: Unsere Paarbeziehung geht nicht mehr nur zwei Personen etwas an – sie hat auch noch Einfluss auf eine dritte Person: das Kind.

 

Und dieser Einfluss ist enorm. Wie Mutter und Vater miteinander umgehen, prägt die Stimmung und Atmosphäre zuhause, außerdem zeigt sie dem Kind im Idealfall, was Liebe ist und wie zwei liebende Menschen miteinander umgehen.

 

Ist die Beziehung jedoch von Streit und negativen Gefühlen geprägt, kann das dem Kind langfristig schaden – weil es sich auch noch auf seine späteren Beziehungen als Erwachsener auswirkt.

Diese Beziehungsfehler sollten Eltern darum vermeiden – nicht nur für sich selbst, sondern auch dem Kind zuliebe.

 

Der Mann macht zu wenig im Haushalt? Ist zu faul/unfreundlich/schweigsam? Das mag sein, aber breitet euren Unmut nicht vor den Kindern aus. Schon gar nicht, wenn er nicht dabei ist, um sich zu verteidigen.

 

Denn euer Kind ist nicht eure beste Freundin, bei der man sich so richtig ausschimpfen kann und deren Solidarität man sich sicher sein kann. Das Kind liebt euren Partner, den ihr gerade zum Mond schießen könntet, genauso wie euch. Und es tut ihnen weh, wenn über ihn schlecht geredet wird.

 

Statt also in den Kindern Verbündete zu suchen, die sie gar nicht sein wollen, solltet ihr die Probleme wie vernünftige Erwachsene lösen. Heißt: sachlich mit dem Partner darüber reden und im Notfall einen Beziehungstherapeuten aufsuchen. (Ausheulen bei der Freundin ist aber auch erstmal ok.)

Dem Partner bei der Erziehung in den Rücken fallen

Eltern müssen nicht bei allem einer Meinung sein. Aber es ist wichtig, dass sie bei grundsätzlichen Erziehungsfragen an einem Strang ziehen und sachlich darüber diskutieren können. Es gibt dem Kind den verlässlichen Halt, den es für eine gesunde Entwicklung braucht. Und es zeigt ihm, dass eine Liebesbeziehung Teamarbeit bedeutet und dass man bereit für Kompromisse sein muss.

 

Wenn also die Mutter den Kindern erlaubt, während der Woche fernzusehen, der Vater das aber aufs Wochenende beschränken will, dann sollte er nicht ins Wohnzimmer stürzen, die Glotze ausschalten und die Mutter anschnauzen. Stattdessen sollten sich die Eltern später zusammensetzen und diskutieren, wie sie beim Thema Fernsehen umgehen wollen. Diese Entscheidung können sie dann gemeinsam den Kind erklären.

 

Das kann bedeuten einen Kompromiss zu finden (Fernsehen dreimal die Woche). Es kann aber auch heißen, dass jedes Elternteil bei seiner Prämisse bleibt: Wenn Papa auf die Kinder aufpasst, wird nicht ferngesehen, und bei Mama darf man ruhig mal glotzen. Solange man die Entscheidung des Partners respektiert und sie nicht ständig vor den Kindern in Frage stellt, ist das vollkommen okay und zeigt den Kindern, dass man Verhandlungsspielraum auch nutzen kann.

Sich zu wenig Zeit für die Liebe nehmen

Kinder wollen immer volle Aufmerksamkeit. Klar. Aber auch der Partner braucht diese Aufmerksamkeit, erst recht in einem stressigen Alltag. Wenn Eltern sich auch mit Kind weiter Zeit zu Zweit gönnen, profitieren am Ende alle davon. Denn diese Auszeiten helfen dabei, den Partner nicht nur als Papa oder Mama zu sehen, sondern auch als Liebhaber. Dass wir nicht nur noch Termine und Einkaufszettel austauschen, sondern einen liebevollen, zärtlichen Umgang pflegen – ein wichtiges Vorbild für die Kinder!

 

Habt also kein schlechtes Gewissen, wenn ihr das Kind zur Oma bringt, um ein Wochenende zu Zweit zu verbringen. Es ist auch gut für euer Kind!

Sich niemals streiten

Nein, ich meine nicht, sich lang und ausdauernd vor den Kindern anzubrüllen und Beleidigungen an den Kopf zu werfen. Das solltet ihr unbedingt vermeiden, denn Kinder leiden sehr darunter und beziehen den Streit womöglich auf sich.

 

Aber deshalb müsst ihr noch lange keine heile Welt vorleben. Konflikte gibt es immer und die sollte man auch austragen – aber auf eine sachliche, kontrollierte Weise. Kinder lernen so, wie man seine Meinung respektvoll sagen kann und wie man Probleme gemeinsam löst. Und für euch ist es am Ende auch angenehmer.

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