Geburtstrauma

Es ist wirklich erschreckend zu sehen und zu wissen, das für viele Frauen der eigentlich schönste Tag zu einer grauenhaften Erfahrung wird. 

Es gibt für eine werdende Mutter nichts schöneres, als die Geburt ihres Kindes, das wunder des Lebens erfahren zu dürfen und ein kleines Baby auf die Welt zu bringen.

Doch es ist leider harte Realität das jährlich rund 100.000 Mütter Deutschland weit, von einer Peripartalen (mit der Geburt verknüpften) Psychischen Erkrankung betroffen sind. 

 

Allein in den USA leidet jede dritte Frau an einem Geburtstrauma. Und dass obwohl das Gesundheitssystenm in den USA zu einem der Welt weit teuersten im Bereich der Geburtshilfe zählt, doch leider ist es auch eins der am wenigsten funktionierenden Systeme.

 

Doch warum ?

warum müssen immer wieder werdende Mütter die Erfahrung machen das dass Wunder der Geburt zu einer schmerzhaften Erfahrung wird? 

Viele Frauen trauen sich nicht über ihr erlebtes zu sprechen, sie fühlen sich schlecht oder gar als Versager und Schuldige. Doch das ist nicht so. Ich finde das Frauen mit ihrem Erlebten ruhig offener umgehen sollten, den oft mal trifft die Frauen keine Schuld. 

 

Geburtstraumata sind keine Kleinigkeit und schon gar nichts was verschwiegen werden muss.

 Das griechische Wort "Trauma" bedeutet "Wunde".

Ein Geburtstrauma liegt vor, wenn während der Geburt eine körperlicher, seelischer oder psychischer Schaden bei Mutter oder Kind entstanden ist.

 

Nicht nur in den USA sind Geburtstraumata ein Problem. Auf der ganzen Welt werden Frauen von medizinischem Personal respektlos behandelt oder gar missbraucht. 

Häufigste Gründe für ein Geburtstraumata

Ursachen für diese peripartalen Reaktionsformen sind individuell verschieden, da zahlreiche körperliche, hormonelle, biochemische, psychische, soziale und gesellschaftliche Faktoren ineinander fließen.

Meist führt das Zusammenwirken mehrerer Ursachfaktoren zu einer psychischen Überlastungsreaktion.

Anzahl und Intensität der einzelnen Belastungsfaktoren bestimmen das Ausmaß der Erkrankung.

Das hat zur Folge, dass bei jeder Frau eine unterschiedliche Gewichtung der an der Erkrankung beteiligten Faktoren zu berücksichtigen ist.


Physische Faktoren

 

  • Gravierende hormonelle Veränderungen nach der Entbindung
  • Schilddrüsendysfunktion
  • biochemische Veränderungen durch die schlaflosen Nächte
  • psychische Vorerkrankung
  • genetische Veranlagung

 

Peripartale Faktoren

 

  • langes Warten auf eine Schwangerschaft
  • vorhergehende Fehlgeburt
  • ungeplante oder unerwünschte Schwangerschaft
  • Schwangerschafts-Komplikationen
  • Verunsicherung im Rahmen der Schwangerschaftsvorsorge
  • Schwangerschafts-Depression
  • traumatisches, sehr schmerzhaftes und/oder langwieriges Entbindungserlebnis
  • Notkaiserschnitt; unruhige oder unsensible Entbindungsumgebung
  • Frühgeburt; krankes oder totes Kind
  • Schwierigkeiten beim Stillen
  • abruptes und/oder ungewolltes Abstillen
  • Einnahme bestimmter Abstill-Präparate

 

Psychische Faktoren

 

  • Abschied von der Schwangerschaft
  • Abschied vom "Traum-Baby"
  • Abschied von der eigenen Kindheit
  • persönliche Einschränkungen
  • Identitätskrise
  • Verlust der Selbstständigkeit
  • Verlust der Freiheit und Selbstbestimmung
  • Perfektionismus
  • Kontrollverlust
  • traumatische Erlebnisse im zeitlichen Umfeld der Schwangerschaft und Entbindung
  • belastende Umstände wie Ortswechsel, finanzielle und/oder soziale Probleme
  • Beziehungsprobleme
  • traumatische Erlebnisse in der Kindheit
  • durch die Geburt reaktivierte unverarbeitete Erfahrungen aus der eigenen Lebensgeschichte

 

Soziale Faktoren

 

  • Idealisiertes Mutterbild in Literatur und Werbung
  • in der Pflege anspruchsvolle Kinder
  • Neufindung in die Rolle als Mutter
  • mangelnde Unterstützung durch den Partner und das soziale Umfeld
  • veränderte Beziehung zum Partner
  • veränderte Beziehung zu den bereits vorhandenen Kindern
  • veränderte Beziehung zu den Eltern und Schwiegereltern
  • Abbruch der alten freundschaftlichen Beziehungen (zu Nicht-Eltern)
  • Wegfall der Großfamilien und ihrer Unterstützung
  • patriarchale Gesellschaftsform mit geringerer sozialer und materieller Sicherheit für Mütter

 

Quelle: Schatten&Licht e.V.


In den meisten Fällen, ist ein ungewollter Notkaiserschnitt die Ursache oder gar ein Notkaiserschnitt der eigentlich nicht hätte sein müssen.

Jedoch ist es häufig auch der Fall das ein Machtmissbrauch der einzelnen oder von ganzen Teams einer Station vor liegt.

Was aber jedoch das schlimmste ist, wenn keines der bisher genannten Punkte zutrifft und es lediglich der Fall ist das die werden Mutter nicht ernst genommen wird oder gar ignoriert wird. In diesen fällen ist es weniger unser Gesundheitssystem das versagt. Oftmals ist auch einfach Personalmangel und Zeitdruck der Auslöser dafür das Frauen nicht ordnungsgemäß behandelt werden. Jedoch ist das keine Ausrede für die Geschehnisse. 

 Es scheint

als würden Frauen

ihre Grundrechte

auf dem

Krankenhaus Parkplatz

abgeben.

Frauen erleben in Krankenhäusern oft Zwang und Schikane.

Manche Frauen denken auch daran die Verantwortlich mit ihrem erlebten zu konfrontieren oder sie zur Rechenschaft zu ziehen doch wenn sie den weg zum Anwalt gehen heißt es meist das diese den Fall nicht annehmen würden da sie nichts dagegen tun könnten.

Dadurch kommen die Krankenhäuser weiter hin ohne die Konsequenzen tragen zu müssen davon.

Meist hören Frauen auf ihre Geschichten auch antworten wie

"Komm doch drüber hinweg" oder " Sei doch froh, wenigstens hast du ein gesundes Kind".

Doch solche Antworten sind weder Hilfreich noch zurechtfertigen.

Frauen die so etwas zu hören bekommen werden entmutigt und es verlängert drastisch den Heilungsprozess.  

Physisches Geburtstrauma

Im körperlichen Bereich bezeichnet das Geburtstraum Verletzungen des Gewebes und der Organe in Folge von physischen Kräften, die während des Geburtsvorgangs wirken.

Dabei können auch Langzeitvolgen entstehen, wie beispielsweiße Beeinträchtigungen des Gehirns bzw. kognitiver funktionen die verbunden sind mit schädel oder hirnverletzungen.

 

Geburtsverletzungen stellen ein eigenes medizinisches Gebiet dar. Im ICD-10 referieren die Codes P10 bis P15 auf spezifische Beeinträchtigungen.

 

Man unterscheidet zwischen Hirnverletzungen, die durch Geburtstraumen verursacht werden und solchen die durch intrauterine Asphyxie entstehen.

Im engeren Sinn des Wortes bezeichnet also Geburtstrauma nur diejenigen Schädigungen, die durch mechanische Krafteinwirkungen entstehen, nicht im Zeitraum der Geburt auftretenden Schädigungen durch Sauerstoffmangel, Mangel an Gerinnungsfaktoren oder Durchblutungsstörungen.

 

Folgewirkungen einer traumatischen Geburt können Baby und Mutter betreffen.  

Im Westen entstehen Geburtsfolgeschäden bei 1,1 % der Geburten.

Zahlreiche körperliche Bedingungen erhöhen die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten von Geburtsschäden, darunter:

 

  • Missverhältnis zwischen kindlichem Kopf und Becken der Mutter
  • Überstürzte Geburt
  • verspätete und verzögerte Geburt
  • abnorme Geburtspositionen (z. B. Beckenendlage)
  • Scheitelbeineinstellung (Asynklitismus)
  • geburtshilfliche Eingriffe
  • Geburtseinleitung
  • Vakuumextraktion und Zangengeburt[4]
  • Multiparität
  • Frühgeburt
  • Mehrlingsschwangerschaft (kleine Kinder)
  • Placenta praevia
  • Polyhydramnion
  • fetale Fehlbildungen
  • Uterusfehlbildungen
  • Tumoren im kleinen Becken
  • (selten ein) enges Becken

 

 

Beim Neugeborenen kann eine Reihe von Störungsbildern infolge der Geburt verursacht werden.

Die Kindliche Plexusparese beispielsweise entsteht bei 0,4 bis 5,1 Babys pro 1000 Geburten.

Kopftraumen und Hirnschädigungen während der Geburt können unterschiedliche Krankheitsbilder bewirken, darunter die Geburtsgeschwulst, das Kephalhämatom und verschiedene Formen intrakranieller Blutungen.

Die häufigste Fraktur, die während der Geburt entstehen kann, ist der Bruch des Schlüsselbeins (Klavikulafraktur) bei 0,5 % der Geburten.

Weitere typische Geburtsschäden sind: Hämatom im Musculus sternocleidomastoideus evtl. mit Schiefhals, Facialisparese, Obere Plexuslähmung (Erb-Duchenne), Untere Plexuslähmung (Klumpke) beide siehe Plexus brachialis, Hypopituitarismus durch Abriss des Hypophysenstieles und die Luxation des Nasenknorpels.

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Kommentare: 1
  • #1

    Emma (Dienstag, 06 Juni 2017 16:13)

    Hallo,
    danke für den Beitrag. Geburtsschäden werden in meinem Freundeskreis auch immer mehr zum Thema, gerade weil drei Freundinnen es mit komplizierten Niederkünften zu tun hatten. Danke, dass du dich so ausführlich mit dem Thema beschäftigt hast.